Versailles liegt etwa sechzehn Kilometer südwestlich von Paris in einem hufeisenförmigen Tal, das von einer Hochebene durchzogen wird. Zwei kleine Hügel prägen die Mitte des Tals, während waldreiche Hänge und ausgedehnte Wälder die Stadt umgeben. Der geologische Untergrund besteht aus Kalkstein, darüber lagern Tonschichten und Sand, auf dem das berühmte Schloss errichtet wurde. Früher prägten Sümpfe und Teiche das Bild, die erst im 17. und 18. Jahrhundert trockengelegt wurden.
Erst spät entwickelte sich Versailles zu einer bedeutenden Siedlung. Im Mittelalter war der Ort nur eine kleine Ansammlung bescheidener Häuser, doch im 16. Jahrhundert wuchs er zu einem Marktflecken heran. Unter Ludwig XIV. wurde Versailles zum politischen Zentrum Frankreichs erhoben. Der König ließ das Schloss ausbauen und gestaltete die Stadt nach einem strahlenförmigen Plan mit drei Hauptavenuen, die auf den Schlossvorplatz zulaufen. Viele Adlige folgten dem Hof und ließen sich in der Stadt nieder, was zu einem Aufschwung von Handel und Gastgewerbe führte.
Heute ist Versailles vor allem für sein prächtiges Schloss bekannt, das als Symbol des Absolutismus gilt. Die barocke Stadtanlage mit ihrem symmetrischen Straßennetz und repräsentativen Plätzen ist bis heute erhalten. Der erste bemannte Heißluftballonflug startete 1783 von Versailles aus. Die Stadt beherbergt auch ein Bistum und ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit mehreren Bahnhöfen. Militärische Einrichtungen und Unternehmen wie Renault Trucks prägen das wirtschaftliche Leben.