Vilnius liegt im Südosten Litauens in einer hügeligen, bewaldeten Landschaft an der Mündung der Vilnia in die Neris. Nur etwa vierzig Kilometer entfernt beginnt die Grenze zu Belarus. Die Stadt ist von einer dichten Mischung aus Wäldern und Hügeln umgeben, die ihr ein malerisches Aussehen verleihen. Unweit des historischen Zentrums erhebt sich der Gediminas-Berg, auf dem einst eine Burg stand.
Die Stadt blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die Steinzeit zurückreicht. Im 14. Jahrhundert wurde sie erstmals als Hauptstadt der Litauer erwähnt, als Großfürst Gediminas Kaufleute und Gelehrte mit einem berühmten Brief anwarb. Im Mittelalter entwickelte sich Vilnius zu einem wichtigen Handels- und Kulturzentrum, das von verschiedenen Völkern geprägt wurde. Besonders die polnisch-litauische Union im 16. Jahrhundert brachte der Stadt eine Blütezeit, in der sie zu einem Zentrum der Wissenschaft und jüdischen Kultur wurde.
Vilnius ist bekannt für ihre barocke Architektur, die vor allem von italienischen Baumeistern gestaltet wurde. Die Altstadt gehört zu den größten in Osteuropa und wurde zum UNESCO-Welterbe erklärt. Mit über fünfzig Kirchen trägt die Stadt den Beinamen „Rom des Ostens“. Ihre multikulturelle Vergangenheit zeigt sich noch heute in der Vielfalt der Bauwerke und der lebendigen Traditionen, die bis in die Zeit der Großfürsten zurückreichen.