Virgen liegt im Norden Osttirols und erstreckt sich über das östliche Virgental, das von der Isel durchflossen wird. Das Gemeindegebiet reicht bis in die Venedigergruppe und umfasst fast zur Hälfte den Nationalpark Hohe Tauern. Höchster Punkt ist der Hohe Eichham mit über dreitausend Metern, während der Lasörling im Süden die Grenze bildet. Die meisten Siedlungen liegen auf der linken Talseite, nur Welzelach befindet sich am rechten Ufer. Matrei im Osten dient als wirtschaftliches Zentrum für die Region.
Die Besiedlung reicht bis in die Zeit um fünfhundert vor Christus zurück, als der Kupferbergbau eine wichtige Rolle spielte. Später ließen sich Slawen nieder, die von bairischen Siedlern assimiliert wurden. Die Christianisierung führte zur Gründung einer der ersten Pfarren in der Gegend. Im Mittelalter gehörte Virgen zu Kärnten und der Grafschaft Görz, bevor es im Jahr fünfzehnhundert an Tirol fiel. Heute prägen Landwirtschaft und Tourismus das Bild, doch strukturelle Probleme führen zu einer hohen Pendlerquote.
Virgen wird wegen seiner sonnigen Lage und malerischen Umgebung oft als „Meran Osttirols“ bezeichnet. Zu den bekanntesten Bauwerken zählt die Pfarrkirche mit ihrem markanten Turm. Die Gemeinde umfasst sieben Ortschaften, darunter Obermauern und Niedermauern, sowie hoch gelegene Einzelhöfe wie Sonnberg. Mehrfach wurde Virgen als schönste Gemeinde Tirols ausgezeichnet. Die Natur mit Bergen, Almen und Bergseen wie dem Zupalsee zieht Besucher an.