Voghera liegt in der fruchtbaren Poebene, etwa sechzig Kilometer südlich von Mailand, auf etwa hundert Metern Höhe am linken Ufer der Staffora. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für Straßen und Schienen und profitiert davon wirtschaftlich. Neben Industriezweigen wie Textil, Maschinenbau und Lebensmittelwirtschaft ist sie auch ein bedeutendes landwirtschaftliches Zentrum.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis in vorrömische Zeit zurück, als an dieser Stelle der ligurische Ort Iria bestand. Mit dem Bau der Via Postumia durch den Konsul Spurius Postumius Albinus wurde der Ort an das römische Straßennetz angeschlossen. Später trug er den Namen Colonia Forum Iulium Iriensium und genoss als Forum unter Kaiser Augustus Bedeutung. Nach dem Ende des Römischen Reiches verlor Iria an Bedeutung, bis es im Mittelalter als Voghera wieder aufstieg und sich zur freien Kommune entwickelte. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Stadt mehrfach die Herrschaft, von den Visconti über die Sforza bis zu den Spaniern, bevor sie 1743 an das Königreich Sardinien fiel.
Voghera ist bekannt für seine historischen Bauwerke wie die Kirche San Lorenzo aus dem 17. Jahrhundert und die rote Backsteinkirche Sant’Ilario. Die Adelsfamilie Visconti errichtete hier im 14. Jahrhundert eine Burg. Die Stadt blickt auf eine Reihe bedeutender Persönlichkeiten zurück, darunter der Modeschöpfer Valentino Garavani und mehrere Ingenieure der Automobilmarke Maserati. Der Begriff „Hausfrau von Voghera“ hat sich im italienischen Sprachgebrauch als Stereotyp für den durchschnittlichen Bürger etabliert.