Wągrowiec liegt in Großpolen an der Südspitze des Durower Sees, wo die Welna einen markanten Knick macht und durch den Lengower See weiterfließt, bevor sie nach etwa dreißig Kilometern bei Obornik in die Warthe mündet. Die Stadt ist etwa fünfzig Kilometer von Posen und siebzig Kilometer von Bromberg entfernt.
Erstmals erwähnt wird der Ort im Zusammenhang mit einem Stadtrecht, das ihm wahrscheinlich um 1381 verliehen wurde. König Ladislaus II. bestätigte 1393 Marktgerechtigkeit und erteilte 1427 Magdeburger Recht. Zisterziensermönche aus Łekno siedelten sich 1396 an und prägten das städtische Leben. Im 15. und 16. Jahrhundert blühte das Handwerk auf, doch Kriege, Pest und Brände setzten dem Ort zu. Nach preußischen Teilungen und wechselnden Herrschaften wurde die Stadt im 19. Jahrhundert wieder wirtschaftlich aktiver, bis der Zweite Weltkrieg schwere Zerstörungen brachte.
Die Stadt bewahrt historische Bauwerke wie die Pfarrkirche, das Kloster und die Pyramidengruft des Rittmeisters Franciszek Lakinski. Ein Regionalmuseum dokumentiert die lokale Geschichte seit 1987. Persönlichkeiten wie der Theologe Jakub Wujek oder der Arzt Max Gerson stammen von hier. Die umliegenden Seen und die Nähe zu Posen machen die Landschaft reizvoll.