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Auf den Spuren der Kelten
Die Kelten haben keine eigene Geschichtsschreibung hinterlassen. Was wir über sie wissen, stammt aus zwei Quellen: von griechischen und römischen Autoren, darunter Poseidonios, Caesar und Livius, und aus dem Boden.

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Diese Strecke folgt der zweiten.
Die Latènezeit, die jüngere Eisenzeit, beginnt um die Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus und reicht bis in die Zeit der römischen Eroberung. Benannt ist sie nach einem Fundort am Nordufer des Neuenburgersees: Ab 1857 kamen dort aus einem alten Arm der Zihl Waffen und Gerät ans Licht. Ihr geht die Hallstattzeit voraus. Sie trägt den Namen von Hallstatt im Salzkammergut, wo über dem urgeschichtlichen Salzbergwerk ein großes Gräberfeld liegt.
Ab dem 2. Jahrhundert vor Christus entstehen befestigte Großsiedlungen, die Archäologen nach Caesars Wort „Oppida“ nennen; das Museum in Manching und das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege sprechen von Städten. Manching bei Ingolstadt umfasste rund 380 Hektar hinter einer gut sieben Kilometer langen Mauer, mit Schmieden, einem Hafen und eigener Münzherstellung. Bibracte auf dem Mont Beuvray im Burgund war die Hauptstadt der Häduer. Dort bestätigte im Jahr 52 vor Christus eine Versammlung aus ganz Gallien Vercingetorix als Oberbefehlshaber des Aufstands, obwohl die Häduer den Oberbefehl für sich verlangt hatten.
Rund 77 Kilometer Luftlinie weiter nördlich liegt Alesia, das Oppidum der Mandubier, wo derselbe Aufstand endete. Caesar schloss die Stadt mit zwei Befestigungslinien ein, einer gegen die Eingeschlossenen und einer gegen das gallische Entsatzheer; Ausgrabungen seit Napoleon III. haben ihren Verlauf freigelegt. Nach Caesars eigenem Bericht war in der Stadt das Getreide aufgebraucht. Die Eingeschlossenen beschlossen, alle Kampfunfähigen hinauszuschicken: Die Mandubier, die das Heer in ihre Stadt aufgenommen hatten, mussten sie mit Frauen und Kindern verlassen. An den römischen Linien baten sie unter Tränen, man möge sie als Sklaven aufnehmen und ihnen zu essen geben. Caesar stellte Wachen auf den Wall und verbot, sie einzulassen. Was aus ihnen wurde, schreibt er nicht. Erst der griechisch schreibende Senator Cassius Dio, mehr als zweihundert Jahre später, berichtet, sie seien zwischen Stadt und Lager elend umgekommen.
Als auch das Entsatzheer geschlagen war, rief Vercingetorix nach Caesars Darstellung die Versammlung zusammen. Er habe den Krieg nicht um seines eigenen Vorteils willen begonnen, sondern für die gemeinsame Freiheit; da man dem Schicksal weichen müsse, stelle er sich ihnen zur Verfügung: Sie könnten die Römer durch seinen Tod zufriedenstellen oder ihn lebend ausliefern. Er wurde Caesar übergeben. Das Bild, wie er in seiner schönsten Rüstung aus dem Tor reitet und sich Caesar zu Füßen setzt, stammt von dem späteren Autor Plutarch. Die übrigen antiken Darstellungen, bei Plutarch und Cassius Dio, entstanden mehr als hundert Jahre später.
Viele der berühmtesten Funde stammen aus Gräbern. Im Grab der sogenannten Dame von Vix im Burgund stand ein Bronzekrater, den das Museum in Châtillon-sur-Seine das größte Bronzegefäß nennt, das die Antike hinterlassen hat: 1,64 Meter hoch, rund 208 Kilogramm schwer, mit einem Fassungsvermögen von 1.100 Litern. Gefertigt haben ihn nach Angabe des Museums griechische Bronzegießer in Süditalien, um 530 vor Christus. Im Grabhügel von Hochdorf lag ein Mann auf einer bronzenen Totenliege, mit goldenem Halsreif, goldenen Gewandspangen und Goldblechen an den Schuhen.
Am Glauberg in Hessen wurde eine lebensgroße Sandsteinstatue eines Kriegers mit Blattkrone gefunden, der „Keltenfürst vom Glauberg“. Auf dem Magdalensberg in Kärnten gründeten römische Händler eine Niederlassung im keltischen Königreich Noricum. Nachdem Rom das Königreich um 15 vor Christus besetzt hatte, wurde sie zum Zentrum Noricums ausgebaut; das Landesmuseum Kärnten nennt sie die erste Hauptstadt auf österreichischem Staatsgebiet.
Das Keltenmuseum Hallein zeigt die Funde vom Dürrnberg, wo eisenzeitliche Gräberfelder, Siedlungsreste und Salzbergbau nebeneinander liegen. Die Keltenwelt Frög in Kärnten führt durch ein Hügelgräberfeld der Hallstattzeit, das Steinsburgmuseum in Römhild zeigt die Funde von den Gleichbergen.
Aus einer Geschichte wird ein Weg.
Die Orte der Geschichte.
Ein Blick auf die Region.
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