Abbiategrasso liegt in der fruchtbaren lombardischen Ebene, etwa 20 Kilometer westlich von Mailand. Die Stadt ist Teil des Naturparks Parco del Ticino, dessen größerer Teil zum Gemeindegebiet gehört. Nahe der Stadt fließt der Naviglio Grande, ein künstlich angelegter Kanal, der aus dem Fluss Ticino gespeist wird und nach Mailand führt. Hier zweigt der Naviglio di Bereguardo nach Südosten ab. Zu Abbiategrasso zählen auch die Ortsteile Ca’ di Biss, Castelletto Mendosio und Castelletto.
Die Wurzeln der Stadt reichen bis ins Frühmittelalter zurück, als an dieser Stelle ein Landgut namens Abianus entstand. Später entwickelte sich daraus ein Ort, der zunächst als Königspfalz und später als Festung der Mailänder diente. Wirtschaftlich prägten Viehzucht und Reisanbau das Gebiet. Im Laufe der Jahrhunderte war Abbiategrasso Schauplatz wichtiger historischer Ereignisse, etwa der Schlacht zwischen Matteo I. Visconti und den Guelfen oder der Flucht Filippo Maria Viscontis. Auch militärische Auseinandersetzungen wie die Belagerung durch französische Truppen im 16. Jahrhundert hinterließen Spuren.
Heute beeindruckt Abbiategrasso vor allem durch sein Visconti-Kastell, das im 14. Jahrhundert erbaut und später erweitert wurde. Die Basilika Santa Maria Nuova und die Barockkirche San Bernardino zählen zu den bedeutendsten Sakralbauten der Region. Die Stadt pflegt Städtepartnerschaften mit Langres in Frankreich und Ellwangen in Deutschland. Berühmte Persönlichkeiten wie der Fußballspieler Christian Abbiati oder der Modedesigner Franco Moschino stammen aus Abbiategrasso.