Abertamy liegt im böhmischen Erzgebirge auf etwa neunhundert Metern Höhe, wo die Rote Wistritz durchs Tal fließt. Westlich entspringt der Fischbach, während sich im Südosten der Pleßberg mit über tausend Metern erhebt. Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Abertamy und Hengstererben, die jeweils eigene Gemarkungen bilden.
Gegründet wurde der Ort von sächsischen Bergleuten, die Graf Stefan Schlick im frühen 16. Jahrhundert anwarb. Zinn- und Silberfunde lockten Siedler an, doch die Vorkommen waren bald erschöpft. Nach Pest und Dreißigjährigem Krieg verließen viele Bewohner das Land. Später prägten Handschuhfertigung, Blechwarenerzeugung und Kunstblumenmanufakturen das Leben. Die Familie Chiba wurde dabei besonders bekannt.
Heute ist Abertamy ein Wintersportzentrum mit einem Berghotel und Aussichtsturm auf dem Pleßberg. Die barocke Kirche der Vierzehn Nothelfer aus dem 18. Jahrhundert gilt als bedeutendstes Bauwerk. Ein Schaubergwerk und ein Zinnmuseum in der Nähe erinnern an die bergbauliche Vergangenheit. Die Stadt wirbt zudem mit einem lokalen Ziegenkäse, der nach ihr benannt ist.