Ansó liegt versteckt in den westlichen Pyrenäen, wo der Río Veral ein langgezogenes Tal formt. Die Gemeinde reicht bis an die Grenzen Frankreichs und Navarras, während im Osten das Tal des Aragón Subordán beginnt. Im Norden erhebt sich der Peña Forca als höchster Punkt der Gegend. Neben dem Hauptort gehört auch das abgelegene Zuriza zur Gemeinde, während Santa Lucía bereits verlassen ist.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ansó im 13. Jahrhundert, als es königliche Privilegien erhielt. Ein berühmter Schiedsspruch aus dem 14. Jahrhundert regelte jahrhundertelang die Weiderechte zwischen Béarn und dem benachbarten Roncal-Tal – ein Tribut in Form von drei Kühen prägt bis heute die Erinnerung an diese Zeit.
Die traditionelle Wirtschaft basierte auf Viehzucht und Holzverarbeitung, doch heute zieht der Ort mit Skilanglauf in Linza und dem Charme seiner mittelalterlichen Architektur Besucher an. Die Pfarrkirche San Pedro mit ihrem Wehrbau und der französischen Orgel ist ebenso sehenswert wie die engen Gassen, die „arteas“ genannt werden. In der Sprache der Einheimischen lebt zudem das Ansotano weiter, eine Variante des Aragonesischen.