Bad Boll liegt am Nordrand der Schwäbischen Alb, etwa zehn Kilometer südlich von Göppingen. Die Gemeinde grenzt an Aichelberg, Dürnau, Gruibingen und Zell und teilt sich mit Gruibingen ein großes Naturschutzgebiet. Im Südosten erhebt sich der Kornberg, auf dem sich eine alte Fliehburg befand. Südlich der Gemeinde erstreckt sich die Boller Heide, ein beliebtes Ausflugsziel.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus keltischer Zeit, später folgten Römer und Alemannen. Im Mittelalter entstand hier eine Propstei, die 1155 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die Stiftskirche St. Cyriakus geht auf eine ältere Kirche zurück und wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Die Schwefelthermalquellen wurden 1595 entdeckt, und das Kurhaus entstand kurz darauf. Seit dem 19. Jahrhundert ist Bad Boll ein bekannter Kurort.
Die Gemeinde ist geprägt von ihrer romanischen Stiftskirche und den Fossilienfunden in der Region. Jährlich wird der Berta-Tag gefeiert, der an die historische Figur Berta von Boll erinnert. Die Evangelische Akademie Bad Boll, die erste ihrer Art in Deutschland, ist ein weiteres kulturelles Zentrum. Das Gemeindewappen zeigt einen Brunnen als Hinweis auf die Heilquellen und die württembergische Hirschstange.