Bad Wildbad liegt versteckt im dichten Nordschwarzwald, wo sich die Enz tief in die Buntsandsteinlandschaft eingeschnitten hat. Der Fluss entsteht hier aus dem Zusammenfluss von Kleiner und Großer Enz, bevor er sich durch das enge Tal schlängelt. Die Gemarkung reicht von etwa 374 bis 956 Meter Höhe, wobei die höheren Lagen wie der Sommerberg oder die Bergorte Aichelberg, Hünerberg und Meistern besonders kühl sind. Im Uhrzeigersinn grenzt die Stadt an Dobel, Neuenbürg, Höfen an der Enz, Schömberg, Oberreichenbach, Neuweiler, Simmersfeld und Enzklösterle sowie Gernsbach.
Erstmals erwähnt wurde der Ort im 14. Jahrhundert als Wildbad, doch schon im frühen Mittelalter nutzten Menschen die heilenden Thermalquellen. Ein Fund aus dem Jahr 1904 belegt, dass hier bereits im 12. Jahrhundert gebadet wurde. Im 15. Jahrhundert entwickelte sich Wildbad zu einem bedeutenden Kurort, frequentiert von Adeligen und hohen Geistlichen. Die Stadt erlebte Blütezeiten mit prächtigen Badehäusern und einem herzoglichen Palais, doch wiederholte Brände und Kriege zwangen zu immer neuen Wiederaufbauten. Ein besonderes Ereignis war 1945, als sich hier Heinrich Himmler und der Schweizer Ex-Bundespräsident Jean-Marie Musy trafen, um über die Freilassung jüdischer KZ-Häftlinge zu verhandeln.
Heute prägen die historischen Kuranlagen und das Herzogliche Palais das Stadtbild. Die Thermalquellen sind nach wie vor ein Anziehungspunkt, und die umliegenden Ortsteile wie Calmbach oder Sprollenhaus bieten ruhige Wohnlagen. Calmbach, einst von Flößern und Waldarbeitern geprägt, ist heute ein beliebter Luftkurort mit guter Infrastruktur. Die Natur rund um den Grindenschwarzwald und die Enzhöhen lädt zu Wanderungen ein, während die Stadt selbst mit ihrer Mischung aus Tradition und Erholung überzeugt.