Bardonecchia liegt im äußersten Westen Italiens, eingebettet in die Hochgebirgslandschaft des Susatals. Die Gemeinde grenzt direkt an Frankreich und wird von mächtigen Gipfeln überragt, darunter die Pointe Sommeiller und die Aiguille de Scolette. Durch das Tal fließt der Dora-Bardonecchia-Bach, der am Rande eines künstlich angelegten Stausees entspringt. Die Stadt erstreckt sich über ein weitläufiges Gebiet, das auch mehrere Bergdörfer wie Millaures und Mélezet umfasst.
Die ersten Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis ins frühe Mittelalter zurück, als fränkische Siedler hier eine kleine Nekropole anlegten. Später prägten lombardische Herrscher das Gebiet, deren Name sich im heutigen Ortsnamen widerspiegelt. Im Mittelalter entwickelte sich Bardonecchia zu einem wichtigen Handels- und Militärstützpunkt, da es den einzigen Zugang zwischen Frankreich, Italien und dem Haus Savoyen ohne Überquerung des Échelle-Passes bildete. Die lokale Adelsfamilie teilte sich in mehrere Linien auf und sicherte so ihren Einfluss über das gesamte Escarton-Tal.
Heute ist Bardonecchia vor allem als bedeutender Wintersportort bekannt, der sogar Austragungsort olympischer Snowboard-Wettkämpfe war. Die Stadt vereint historische und moderne Elemente: Das alte Dorfzentrum mit seiner Pfarrkirche thront über dem neueren Teil, der sich um den Bahnhof gruppiert. Die zentrale Via Medail verbindet beide Bereiche und ist gesäumt von Geschäften und Gastronomie. Die umliegenden Berge bieten nicht nur Skigebiete, sondern auch Wanderwege durch Täler wie das Vallone di Rochemolles oder die Valle Stretta.