Będzin liegt an der Schwarzen Przemsa, etwa 65 Kilometer nordwestlich von Krakau und 10 Kilometer nordöstlich von Katowice. Die Stadt gehört zum Zagłębie Dąbrowskie, einem historischen Kohlebecken, und liegt im nordöstlichen Teil des Oberschlesischen Industriegebiets. Obwohl viele Stadtteile westlich des Flusses einst zum Herzogtum Siewierz zählten, zählt Będzin selbst nicht zu Oberschlesien, sondern zu Kleinpolen.
Erste Siedlungen an der Stelle des heutigen Będzins gab es bereits im 9. Jahrhundert, als auf einem Hügel eine Burg entstand. Im 13. Jahrhundert wurde der Ort von den Tataren zerstört, erhielt aber spätestens 1349 das Stadtrecht nach polnischem Recht. König Kasimir III. der Große verlieh Będzin 1358 das Magdeburger Recht und ließ eine steinerne Burg errichten, die als Grenzschutz an der Schwarzen Przemsa diente. Im 17. Jahrhundert zählte die Stadt zu den bedeutendsten jüdischen Siedlungen Kleinpolens. Nach der Dritten Teilung Polens fiel Będzin an Preußen, wurde 1807 Teil des Herzogtums Warschau und 1815 dem Königreich Polen unter russischer Herrschaft zugeschlagen.
Będzin prägt eine mittelalterliche Burg auf einem Hügel, die heute als Museum dient. Die Stadt ist bekannt für ihre bewegte jüdische Geschichte, darunter ein Aufstand im Ghetto während der deutschen Besatzung. Nach dem Krieg wurde das zerstörte Schloss wiederaufgebaut, und die Stadt entwickelte sich zu einem Zentrum des Kohlebergbaus und der Zementindustrie. Heute verbindet Będzin historische Bauwerke mit einer lebendigen Stadtkultur.