Bernartice liegt eingebettet zwischen dem Rabengebirge und dem Rehorngebirge im Norden Tschechiens. Der Ort wird vom Oberlauf der Ličná durchflossen, die hier den Dlouhá Voda und den Luční potok aufnimmt. Drei markante Gipfel prägen das Landschaftsbild: der Královecký Špičák, der Kozlík und der Mravenčí vrch. Durch den Ort führen wichtige Verkehrswege wie die Staatsstraße 16 und die Bahnstrecke von Jaroměř nach Lubawka. Nachbarorte sind unter anderem Královec im Norden und Žacléř im Nordwesten.
Die Geschichte von Bernartice reicht bis in die frühe Kolonisationszeit unter Ottokar I. Přemysl zurück, als es vermutlich um 1217 als Waldhufendorf entstand. Der Name geht vermutlich auf einen Gründer namens Bernhard zurück. Erste urkundliche Erwähnung fand der Ort 1292 unter dem Namen „Stubin“ in einer Gründungsurkunde des Zisterzienserklosters Grüssau. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte Bernartice mehrfach den Besitzer, darunter das Kloster Grüssau, die Jesuiten und verschiedene Adelsfamilien. Wirtschaftlich war der Ort lange von Landwirtschaft und später von Textilindustrie geprägt, bevor der Steinkohlebergbau in der Region an Bedeutung gewann.
Heute beeindruckt Bernartice mit einer barocken Kirche, die in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts anstelle eines älteren Holzbauwerks errichtet wurde. Ein weiteres Wahrzeichen ist der 30 Meter hohe Eisenbahnviadukt über die Ličná, der in den 1860er Jahren entstand. Der Ort ist zudem Heimat des Künstlers Alois Kuhn, der als Zeichner und Karikaturist bekannt wurde. Die umliegende Mittelgebirgslandschaft mit ihren sanften Hügeln und dichten Wäldern lädt zu Wanderungen ein.