Boal liegt im Norden Asturiens, umgeben von den Gemeinden El Franco und Coaña im Norden, Illano im Süden, Castropol im Westen und Villayón im Osten. Die Landschaft wird von Bergzügen aus Kalk- und Sandstein geprägt, deren höchster Gipfel der Pico de la Bobia mit über tausend Metern ist. Der Mittellauf des Navia durchzieht das Gebiet, ergänzt von kleinen Bächen, die die fruchtbaren Täler bewässern.
Frühe Spuren menschlicher Besiedlung finden sich in der Cova del Demo, wo Funde aus der Bronzezeit stammen. Dolmen und Hügelgräber in Llaviada, Penouta und Los Mazos zeugen von der langen Geschichte der Region. Auch die Römer hinterließen Spuren, etwa in Vega de Ouria, wo Münzen und Keramik auf Handel und Besiedlung hindeuten. Im Mittelalter blieb das Gebiet zwischen den Flüssen Navia und Eo eher unbedeutend, bis Felipe II. im 16. Jahrhundert eine große Kirche stiftete. Erst während der napoleonischen Kriege wurde Boal als eigenständige Gemeinde festgelegt.
Die Wirtschaft wird noch immer von der Viehzucht geprägt, vor allem Rinder und Schafe, die Käse und Leder liefern. Berühmt ist die Region auch für ihren Honig. Der Wolframabbau spielt eine wirtschaftliche Rolle, beschäftigt aber nur wenige Menschen. Historische Bauwerke wie der Palacio de Miranda aus dem 15. Jahrhundert oder der Palacio de Berdín aus dem 18. Jahrhundert prägen das Ortsbild. Zu den Festen gehören die Wallfahrt zur Ermita San Isidro im Mai und die lebhaften Feiern zu Ehren des heiligen Antonius und des Jakobus im Sommer.