Brignoles liegt im gebirgigen Hinterland der Côte d’Azur, wo das Flüsschen Caramy durch das Tal fließt. Die Stadt befindet sich in der „Grünen Provence“, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Aix-en-Provence und rund 50 Kilometer südlich von Toulon. Ihr Gemeindegebiet reicht bis in den Regionalen Naturpark Sainte-Baume hinein, und sie liegt auf etwa 220 Metern Höhe.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung finden sich bereits in der Vorgeschichte, als das Caramy-Tal als Durchgangsroute diente. Später siedelten hier Kelten, bevor die Römer das Gebiet eroberten. Eine Urkunde aus dem Jahr 1056 belegt die Verbindung zum Kloster Saint Victor in Marseille. Im Mittelalter gehörte Brignoles zu den Grafen der Provence, bevor es im 13. Jahrhundert zum Wohnsitz von Karl II. von Anjou und seiner Familie wurde. Wirtschaftlich lebte der Ort lange von Landwirtschaft und Weinbau, bis im 19. und 20. Jahrhundert der Bauxitabbau und später der Tourismus an Bedeutung gewannen.
Die Stadt beherbergt historische Bauwerke wie die romanische Kirche Saint-Sauveur aus dem 11. Jahrhundert oder das Hospice Saint-Jean mit seinem markanten Portal. Im Musée du Pays Brignolais sind unter anderem ein Betonboot und ein wiederverwendeter Sarkophag zu sehen. In der Umgebung finden sich prähistorische Dolmen, etwa der Dolmen von Adrets. Berühmte Persönlichkeiten wie der Schriftsteller François-Juste-Marie Raynouard oder der Sänger Jean-Baptiste Maunier stammen aus Brignoles, das zudem durch Städtepartnerschaften mit europäischen Städten verbunden ist.