Brissago liegt am nordwestlichen Ufer des Langensees im Schweizer Kanton Tessin, nahe der italienischen Grenze. Die Gemeinde umfasst mehrere Weiler wie Bassuno, Caccio und Mergugno, das auf über tausend Metern Höhe liegt. Der höchste Punkt ist der Gridone mit fast 2200 Metern, der zugleich die Grenze zu Italien markiert.
Erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr 1289 unter dem Namen Brixago. Im 13. Jahrhundert entwickelte sich Brissago zu einer reichsunmittelbaren Gemeinde mit eigenem Recht und Verwaltung. Später stand es unter dem Einfluss der Mailänder Visconti und der Locarneser Adelsfamilie Orelli, bevor es sich 1520 zur unabhängigen Republik erklärte – nur um sich kurz darauf den Eidgenossen anzuschließen. Im 16. Jahrhundert war der Ort Schauplatz blutiger Konflikte zwischen mailändischen Banden, die sogar die Schifffahrt auf dem See unsicher machten.
Berühmt ist Brissago für seine beiden Kirchen im lombardisch-toskanischen Renaissance-Stil: die Pfarrkirche Santi Pietro e Paolo und die Madonna di Ponte am Seeufer. Besonders bekannt sind auch die Brissago-Inseln mit ihrem botanischen Garten, der seit dem späten 19. Jahrhundert von der Baronin Antoinette de Saint Léger angelegt und später vom deutschen Kaufhausmillionär Max Emden erweitert wurde. Hier gedeihen exotische Pflanzen wie Palmen und Eukalypten dank des milden Klimas. Wirtschaftlich prägte lange die Zigarrenfabrik das Dorf, die heute noch Virginiazigarren herstellt.