Brzeg liegt an der linken Seite der Oder in Niederschlesien, etwa auf halber Strecke zwischen Breslau und Oppeln. Die Stadt erhebt sich auf etwa 148 Metern Höhe und entstand aus einer alten Fischeransiedlung, die bereits im Jahr 1200 als „Wissoke Brzegh“ erwähnt wurde. Ihre Lage an einem Oderübergang machte sie zu einem wichtigen Knotenpunkt, wo sich Handelswege von Breslau nach Oppeln und weiter nach Krakau oder über die mährische Pforte nach Ungarn und Wien kreuzten.
Die Gründung als Stadt erfolgte kurz vor 1250 durch deutsche Siedler unter dem Recht von Halle-Neumarkt, angeführt von Vasallen der piastischen Herzöge. Diese prägten das Stadtbild mit einem rechtwinkligen Straßennetz und einer ovalen Stadtmauer. Im 14. Jahrhundert wurde Brzeg zur Residenzstadt der piastischen Herzöge von Brieg, Liegnitz-Brieg und später Liegnitz-Brieg-Wohlau. Unter Herzog Ludwig I. entstanden bedeutende gotische Bauwerke wie die Hedwigskirche mit ihren berühmten Piast-Gräbern. Nach Zerstörungen durch die Hussiten erlebte die Stadt unter Herzog Georg II. eine Blütezeit in der Renaissance, als italienische Baumeister den prächtigen Schlossbau prägten.
Heute prägen das Renaissance-Schloss und die Hedwigskirche mit ihren mittelalterlichen Grabmälern das Stadtbild. Die barocke Trinitätssäule und die Nepomuk-Statue auf der Oderbrücke erinnern an die Zeit der Jesuiten. Das ehemalige piastische Schloss, nach Bränden und Umbauten, wurde später zum Sitz preußischer Behörden. Die Stadt bewahrt damit Spuren ihrer wechselvollen Geschichte von der piastischen Herrschaft über die habsburgische und preußische Zeit bis in die Gegenwart.