Cabra liegt im Süden Andalusiens, eingebettet in die westlichen Ausläufer des Geoparks Sierras Subbéticas. Der Ort wird vom Fluss Cabra durchzogen, der nach etwa sechzig Kilometern in den Genil mündet. Die Stadt ist von ausgedehnten Olivenhainen und Weinbergen umgeben, die das Landschaftsbild prägen.
Die Geschichte Cabras reicht bis in die Steinzeit zurück, wie Funde in den umliegenden Höhlen belegen. Später war der Ort eine bedeutende iberische Siedlung, bevor die Römer ihn als Igabrum oder Licabrum zu einer wohlhabenden Stadt ausbauten. Unter westgotischer Herrschaft wurde Cabra zum Bischofssitz, während der maurischen Zeit diente es als Hauptstadt einer Provinz. Nach der Reconquista wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer, bis sie schließlich unter kastilische Herrschaft fiel. Im 15. Jahrhundert erhielt ein Adliger den Titel Graf von Cabra, was die Bedeutung des Ortes unterstrich.
Heute beeindruckt Cabra mit einer maurischen Burg, die auf römische Ursprünge zurückgeht, und einer der ältesten Kirchen Spaniens, San Juan Bautista. Die Barockkirche Iglesia de la Asunción entstand auf den Fundamenten einer Moschee. Etwas außerhalb liegt die Wallfahrtskirche Virgen de la Sierra in den Bergen. Berühmt ist auch die Schule IES Aguilar y Eslava, die einst von einem reichen Bürger gestiftet wurde. Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Juan Valera stammen aus Cabra, das durch seine landschaftliche Schönheit und historische Tiefe besticht.