Camargo liegt im Norden Spaniens in der autonomen Region Kantabrien, eingebettet zwischen dem Meer und den sanft abfallenden Ausläufern des kantabrischen Gebirges. Das Gebiet gehört zur Region um Santander, mit der es direkt benachbart ist, und zählt zu den wirtschaftlich dynamischsten Zonen der Region. Der Ort besteht aus mehreren Ortsteilen wie Maliaño, das als Hauptort gilt, sowie Escobedo, Herrera und Muriedas.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die Steinzeit zurück, wie Funde in zahlreichen Höhlen belegen. Im Mittelalter war Camargo ein Durchzugsgebiet für Pilger auf dem Jakobsweg entlang der Küste. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr, als Klöster wie San Vicente de Fistoles gegründet wurden. Über Jahrhunderte stand das Gebiet unter königlicher Verwaltung, bis es 1561 den Titel „Königliches Tal“ erhielt und damit eine besondere Autonomie erlangte.
Heute prägen kleine und mittlere Industriebetriebe das Bild, darunter Metallverarbeitung, Möbelherstellung und Elektronik. Historisch war die Landwirtschaft mit Getreide-, Mais- und Kartoffelanbau sowie Weinbau von Bedeutung, doch die Industrialisierung veränderte die Wirtschaftsstruktur grundlegend. Kulturell stechen die barocke Kirche San Pedro in Escobedo und das ethnografische Museum in Maliaño hervor, das das ländliche Leben der Region zeigt. Traditionelle Feste wie das San-Juan-Fest mit mittelalterlichem Markt oder das Apfelweinfestival spiegeln die lebendige lokale Kultur wider.