Castell liegt am westlichen Rand des Steigerwalds im Landkreis Kitzingen. Der Ort ist eng mit dem Casteller Herrenberg verbunden, auf dem sich einst die Keimzelle der Grafschaft befand. Hier wird Weinbau betrieben, ebenso wie am Greuther Berg, während der Sandberg bei Wüstenfelden mit seiner Höhe die höchste Erhebung des Landkreises bildet. Die Gemarkung umfasst neben dem Hauptort auch kleinere Gemeindeteile wie Greuth und Wüstenfelden, die von sanften Hügeln und geschützten Landschaften umgeben sind.
Erstmals erwähnt wurde Castell im Jahr 816 in einer Gründungsurkunde des Klosters Megingaudshausen. Schon früh war der Ort Stammsitz der Grafen zu Castell, die sich ab dem 12. Jahrhundert nach ihm benannten. Nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im Markgräflerkrieg blieb nur die obere Burg erhalten, die später zum barocken Schloss umgebaut wurde. Castell war jahrhundertelang Hauptort einer reichsunmittelbaren Grafschaft, bis es 1806 seine Eigenständigkeit verlor und an Bayern fiel.
Heute prägt das Fürstenhaus zu Castell-Castell das Ortsbild mit seinem barocken Schloss, dem Wildbad und historischen Gebäuden. Die Gemeinde ist für ihren Weinbau bekannt, besonders für die Lagen Casteller Kirchberg und Greuther Bastel. Ein besonderes Ereignis ist das Weinbergstulpenblütenfest, das die Blüte seltener Wildtulpen in den Weinbergen feiert. Die Fürstlich Castell’sche Bank, eine der ältesten Bayerns, und das fürstliche Domänenamt zeugen von der langen Tradition des Ortes.