Cergy liegt im Département Val-d’Oise, eingebettet in eine Flussschlinge der Oise, etwa dreißig Kilometer nordwestlich der Hauptstadt. Die Stadt entstand erst in den 1960er Jahren als Teil der neuen Stadt Cergy-Pontoise und entwickelte sich zu einem dicht besiedelten Zentrum mit über siebzigtausend Einwohnern. Obwohl Pontoise als Präfektur des Départements gilt, befindet sich der Verwaltungssitz in Cergy, während die Unterpräfektur in Pontoise untergebracht ist.
Der Name geht auf das mittellateinische Sergiacum zurück und verweist auf ein Anwesen des gallo-römischen Landbesitzers Sergius. Lange Zeit war Cergy nur ein kleines Dorf, bis es zur Keimzelle der Ville nouvelle ernannt wurde. Ein Zeugnis aus älterer Zeit ist der Menhir Pierre du Fouret, der seit 1889 als historisches Monument gilt und im Weiler Gency steht.
Heute prägen moderne Hochschulen wie die Universität Cergy-Pontoise oder die ESSEC das Bild, während der Yachthafen Port Cergy mit seinem Hafenbecken und umliegenden Restaurants zum Verweilen einlädt. Die riesige Bahnhofsuhr von Cergy – Saint-Christophe ist mit zehn Metern Durchmesser eine europäische Besonderheit. Im kulturellen Gedächtnis bleibt Cergy zudem als Schauplatz des Films „I wie Ikarus“ und durch die Schriftstellerin Annie Ernaux, die hier lebte und den Ort literarisch portraitierte.