Černá Voda liegt im Norden Mährens, eingebettet zwischen sanften Hügeln und dem Reichensteiner Gebirge. Östlich erhebt sich der Bukový vrch, westlich die Boží hora, während der Tannenberg mit 477 Metern den höchsten Punkt der Gemeinde markiert. Durch den Ort fließt der Černý potok, der dem Dorf seinen Namen gab, und ein großer Teich speist sich aus dem Plavný potok. Die Landschaft ist geprägt von Granitfelsen, die an einigen Stellen zutage treten.
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1284 im Zusammenhang mit dem Bau der Burg Kaltenstein durch die Breslauer Bischöfe. Ursprünglich als Nigra Aqua gegründet, wechselte er mehrfach die Besitzer, darunter die Herren von Haugwitz und später das Geschlecht von Mükusch. Im 17. Jahrhundert entstand hier ein Schloss mit Kapelle, das bis ins 18. Jahrhundert das Dorf prägte. Die wirtschaftliche Entwicklung nahm Fahrt auf, als Mitte des 19. Jahrhunderts Steinmetze aus Hamburg die lokalen Granitvorkommen nutzten und eine blühende Steinindustrie begründeten.
Heute ist Černá Voda vor allem für seine geologischen Besonderheiten bekannt. Der Granitabbau hat Spuren hinterlassen, und ein aktiver Betrieb verarbeitet noch immer den charakteristischen hellen Stein mit dunklen Schlieren. Ein deutsch-tschechischer Versöhnungsstein erinnert an die bewegte Geschichte des Ortes, der nach dem Zweiten Weltkrieg neu besiedelt wurde. Die Gemeinde pflegt ihre Traditionen, während sie sich in die malerische Landschaft des Altvatergebirges einfügt.