Chrudim liegt im Osten Böhmens im gleichnamigen Kreis und wird vom Fluss Chrudimka durchflossen. Die Stadt ist ein Eisenbahnknotenpunkt, wo sich die Strecke von Havlíčkův Brod nach Pardubice mit einer abzweigenden Linie nach Chrudim město verbindet.
Die Anfänge der Stadt reichen ins 9. Jahrhundert zurück, urkundlich erstmals erwähnt wurde sie im Zusammenhang mit dem Tod des Fürsten Břetislav I. Im Mittelalter entwickelte sie sich unter wechselnden Herrschern zu einem wichtigen Verwaltungszentrum. Nach Zerstörungen in den Hussitenkriegen erlebte sie wirtschaftliche Rückschläge, bevor Textilproduktion und Landwirtschaft im 18. Jahrhundert einen Aufschwung brachten. Die Industrialisierung setzte mit dem Eisenbahnanschluss ein, der auch die heutige Bedeutung der Stadt prägt.
Besonders sehenswert sind die Erzdekanatskirche Mariä Himmelfahrt und die Überreste der Stadtbefestigung. Das Mydlář-Haus beherbergt ein Marionettenmuseum, während der jüdische Friedhof und die Pestsäule an frühere Zeiten erinnern. Persönlichkeiten wie der Erfinder Josef Ressel oder der Komponist Bohuslav Jeremiáš stammen aus Chrudim, und die Stadt pflegt Partnerschaften mit Motovun, Oleśnica, Svidník und Znojmo.