Constantina liegt eingebettet in die bewaldeten Hänge der Sierra Morena, etwa auf halber Strecke zwischen Sevilla und Córdoba. Die Kleinstadt erhebt sich auf rund 555 Metern Höhe und ist umgeben von sanften Hügeln, die früher als natürliche Grenze zwischen den Königreichen dienten. Durch die Landschaft ziehen sich alte Handelswege, die bereits in römischer Zeit genutzt wurden.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis in keltische Zeiten zurück, doch erst die Römer prägten seinen Namen und seine Bedeutung als Zwischenstation. Nach der Rückeroberung von den Mauren im 13. Jahrhundert wurde Constantina neu besiedelt und entwickelte sich zu einem christlichen Vorposten in der Region. Lange Zeit stand es unter der Verwaltung Córdobas, bevor es an Sevilla fiel. Die Landwirtschaft bestimmte über Jahrhunderte das Leben der Bewohner, doch mit der Landflucht im 20. Jahrhundert verlor die Gemeinde viele Einwohner.
Heute zieht Constantina Besucher mit seiner mittelalterlichen Burg an, die auf römischen und maurischen Fundamenten thront. Das maurische Viertel mit seinen engen Gassen und kleinen Plätzen erzählt von einer bewegten Vergangenheit. Die Pfarrkirche mit ihrem markanten Turm und die barocke Kirche San Juan de Dios sind ebenso sehenswert wie die Überreste des Klarissenkonvents. In der Umgebung finden sich Einsiedeleien und ein alter Eiskeller, während die einzigartigen fossilen Quallenspuren aus dem Kambrium Zeugnis von einer uralten Meereslandschaft geben.