Cromer liegt an der Nordküste der englischen Grafschaft Norfolk, wo sich die Küste steil aus dem Meer erhebt. Die Stadt ist bekannt für ihren spätviktorianischen Pier, der weit ins Meer hinausragt. Mit etwa 7.800 Einwohnern ist sie eine der größeren Küstenorte der Region.
Erstmals erwähnt wird Cromer nicht direkt im Domesday Book von 1086, doch zwei nahegelegene Siedlungen namens Shipden werden dort genannt. Eine davon, Shipden-juxta-Felbrigg, gilt als Ursprung der heutigen Stadt mit ihrer Kirche St. Peter und St. Paul. Ein anderer Ort, Shipden-juxta-mere, versank im Meer und ist heute nur noch als „Church Rock“ in Erinnerung, bis dieser Felsen gesprengt wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Cromer zu einem beliebten Ferienziel für wohlhabende Familien aus Norwich, die die malerische Küste schätzten. Ein Londoner Journalist prägte den Namen „Mohnregion“ für die Gegend, da Mohnblumen entlang der Straßen wuchsen – eine Erinnerung an den früheren Anbau von Opiummohn.
Die Stadt ist geprägt von historischen Bauwerken wie der Kirche aus dem 14. Jahrhundert, die nach einem Verfall wiederaufgebaut wurde und einen markanten Glockenturm besitzt. Der heutige Pier stammt aus dem Jahr 1902 und beherbergt unter anderem ein Theater und die Rettungsbootstation. Berühmt ist Cromer auch für seine Krabben, die als lokale Spezialität gelten und direkt nach dem Fang zubereitet werden. Die Rettungsbootstation, 1804 gegründet, wurde durch den berühmten Seenotretter Henry Blogg bekannt, der mehrfach ausgezeichnet wurde. Persönlichkeiten wie die Medizinerin Ethel Williams oder der Erfinder James Dyson haben hier gelebt.