Dunkerque liegt an der französischen Nordseeküste, nur etwa zehn Kilometer von der belgischen Grenze entfernt und gilt als nördlichste Stadt Frankreichs. Die Stadt ist Teil des westflämischen Sprachgebiets und profitiert von ihrer Lage am Ärmelkanal, wo sich ein bedeutender Hafen entwickelte. Die Region ist geprägt von flachem Küstenland und industriellen Anlagen, die das Stadtbild prägen.
Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem 7. Jahrhundert, als sie noch eine kleine Fischersiedlung war. Im Mittelalter wuchs Dunkerque durch den Herings- und später Kabeljaufang, doch seine strategische Position zog immer wieder Eroberer an. Nach wechselnder Zugehörigkeit zu Flandern, Burgund und den Spanischen Niederlanden wurde die Stadt schließlich 1662 an Frankreich verkauft. Unter König Ludwig XIV. und seinem Festungsbaumeister Vauban wurde sie zu einer stark befestigten Hafenstadt. Im 19. Jahrhundert stieg Dunkerque zum drittgrößten Hafen Frankreichs auf und wurde im Zweiten Weltkrieg durch die Schlacht von Dünkirchen und die anschließende Evakuierung der Alliierten weltberühmt.
Heute ist Dunkerque vor allem für seinen Hafen und seine Industrie bekannt, beherbergt aber auch kulturelle Highlights. Dazu zählen der mittelalterliche Tour du Leughenaer, die neugotische Kirche Saint-Éloi und der Belfried mit seinem Glockenspiel. Das Hafenmuseum und das Mémorial du Souvenir erinnern an die bewegte Geschichte der Stadt, während moderne Kunst im LAAC und im FRAC Nord-Pas de Calais gezeigt wird. Die Statue des Korsaren Jean Bart, ein Sohn der Stadt, ist ein weiteres Wahrzeichen.