Egremont liegt am Fluss Ehen, etwa fünf Kilometer südlich von Whitehaven, am Rand des Lake District Nationalparks. Die Landschaft wird vom Uldale-Tal und dem Dent Fell geprägt. Die Gemeinde umfasst auch die Dörfer Bigrigg und Moor Row. Mit dem Bergbau auf Eisenerz und traditionellen Handwerken wie Färberei und Weberei blickt der Ort auf eine lange industrielle Vergangenheit zurück. Heute ist vor allem die Kernindustrie in Sellafield ein wichtiger Arbeitgeber.
Die Geschichte des Ortes reicht bis vor die normannische Eroberung zurück. Eine erste Befestigung entstand vermutlich um das Jahr 1000 durch die Dänen. Später wurde Egremont zur Residenz der Barone von Copeland, die ab dem 12. Jahrhundert eine Burg errichteten. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem Handelszentrum, nachdem Heinrich III. im 13. Jahrhundert einen Wochenmarkt und eine jährliche Messe genehmigte. Die heutige Crab Fair mit ihren ungewöhnlichen Wettbewerben geht auf diese Tradition zurück.
Prägend für Egremont ist die Ruine der mittelalterlichen Burg, die am südlichen Ende der Hauptstraße steht. Die Stadtkirche St. Maria und St. Michael wurde im 19. Jahrhundert neu erbaut, enthält aber noch Reste des Vorgängerbaus aus dem 12. Jahrhundert. Ein weiteres Wahrzeichen ist die Florence Mine, die bis 2007 als letzte tiefe Eisenerzgrube Westeuropas in Betrieb war. Der Ort bewahrt damit sein industrielles Erbe, während sich die Wirtschaft zunehmend auf Dienstleistungen und Tourismus verlagert.