Ganderkesee liegt im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen, etwa zwanzig Kilometer westlich von Bremen. Die Gemeinde erstreckt sich am Nordrand des Naturparks Wildeshauser Geest, wo sich flache Marschlandschaften im Urstromtal der Weser mit höher gelegenen, sandigen Geestböden abwechseln. Im Norden grenzt Ganderkesee an Lemwerder und Berne, im Osten an Delmenhorst, im Westen an Hatten und im Süden an Dötlingen und Harpstedt. Die Besiedlung konzentriert sich vor allem auf den Kernort sowie entlang der Bahnstrecke Oldenburg–Bremen mit den Ortsteilen Bookholzberg, Rethorn und Schierbrok, während andere Gebiete landwirtschaftlich geprägt sind.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 860 unter dem Namen „Gandrikesarde“, als Kranke aus dem Ort Heilung in Bremen suchten. Erzbischof Adalbert von Bremen ließ im 11. Jahrhundert eine Pfarrkirche errichten und einen Markt etablieren, der das wirtschaftliche Zentrum der Region wurde. Im Mittelalter verlor Ganderkesee jedoch an Bedeutung, als sich der Markt von Delmenhorst durchsetzte. Die Landschaft wurde über Jahrhunderte durch Plaggenwirtschaft und Schafzucht geprägt, was zu ausgedehnten Heideflächen und Wanderdünen führte.
Heute ist Ganderkesee vor allem für seine abwechslungsreiche Natur bekannt, darunter das Naturschutzgebiet Hasbruch mit alten Eichenbeständen und einer Herde schottischer Hochlandrinder. Im Ortsteil Schönemoor brütet seit 2019 ein Storchenpaar, und das Stenumer Holz bewahrt einen urwüchsigen Eichenwald. Die Gemeinde verbindet historische Spuren wie das Großsteingrab Stenum mit modernen Naturschutzprojekten und einer lebendigen, wenn auch dünn besiedelten Landschaft.