Gerlos ist eine Gemeinde in Tirol, die sich im Gerlostal ausbreitet, einem Seitental des Zillertals. Die Siedlung zieht sich über mehrere Weiler entlang der Straße zum Gerlospass hinauf, der auf etwa 1200 Metern Höhe liegt. Im Süden steigen die Seitentäler von Schwarzach, Wimmerbach und Schönach zu den über 3000 Meter hohen Zillertaler Alpen auf, während im Norden ein Schigebiet an die Kitzbühler Alpen grenzt. Das Gemeindegebiet umfasst fast 120 Quadratkilometer und besteht zu einem Drittel aus Wald, etwas mehr aus Almen und einem Viertel aus hochalpinem Gelände, während nur ein kleiner Teil landwirtschaftlich genutzt wird.
Die Geschichte Gerlos’ ist eng mit dem Gerlospass verbunden, der bereits im 9. Jahrhundert als einzige direkte Landverbindung zwischen den Besitzungen des Salzburger Erzbischofs und Tirol diente. Im 14. Jahrhundert entstanden zinspflichtige Schwaighöfe in Orten wie Gmünd und Ried. Die heutige Pfarrkirche geht auf eine gotische Filialkirche aus dem Jahr 1470 zurück, deren Turm noch erhalten ist, während der Rest 1735 neu erbaut wurde. Der Name Gerlos taucht erstmals 1507 in Urkunden auf und leitet sich vermutlich von einem spitzen Grundstück und einem Wildbach ab. Goldfunde in der Umgebung brachten im 17. Jahrhundert auch in Gerlos einen wirtschaftlichen Aufschwung, doch der Pass blieb lange eine beschwerliche Route, bis erst im 20. Jahrhundert eine durchgehende Straße entstand.
Heute ist Gerlos vor allem für sein Schigebiet in der Zillertal Arena bekannt, das zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren zählt. Die Gemeinde verzeichnet hohe Nächtigungszahlen, besonders im Winter. Neben dem Tourismus spielen die Energiegewinnung und die Landwirtschaft eine Rolle. Die Pfarrkirche mit ihrem historischen Turm und das Gemeindewappen, das einen Greif als Symbol für die Grenzlage zu Salzburg zeigt, prägen das Ortsbild. Persönlichkeiten wie die Skirennläuferin Anja Haas oder der Politiker Franz Hörl sind mit Gerlos verbunden.