Gerzen liegt in Niederbayern, eingebettet im Vilstal etwa zehn Kilometer nordöstlich von Vilsbiburg. Die Gemeinde erstreckt sich über eine hügelige Landschaft, die vom Fluss Vils geprägt wird. Zu Gerzen gehören mehrere Ortsteile wie Jesendorf und Lichtenhaag, die gemeinsam die Gemarkungen bilden.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr als „Jorcin“, was auf eine frühe Besiedlung hinweist. Im frühen vierzehnten Jahrhundert erhielt Gerzen das Marktrecht und entwickelte sich zu einem regionalen Zentrum. Prägend war die Hofmark Gerzen, deren Verwaltung über Jahrhunderte hinweg in den Händen verschiedener Adelsfamilien lag, darunter die Freiherren von Vieregg. Später ging das Schloss in den Besitz der Familie Montgelas über, die bis heute mit der Geschichte des Ortes verbunden ist.
Besonders sehenswert ist die Pfarrkirche St. Georg, die ursprünglich im romanischen Stil erbaut und später mehrfach umgestaltet wurde. Ihr markanter Turm und die Ausstattung mit Werken bedeutender Künstler wie Stephan Rottaler machen sie zu einem kulturellen Highlight. Das Schloss Gerzen, eine Renaissanceanlage aus dem sechzehnten Jahrhundert, beherbergt heute einen Gastronomiebetrieb und wurde für seine denkmalgerechte Sanierung ausgezeichnet. Auch der Ortsteil Lichtenhaag mit seinem ehemaligen Hofmarksschloss trägt zum historischen Flair bei. Persönlichkeiten wie der Maler Johann Gassenhuber oder der Staatsmann Matthäus von Vieregg stammen aus dieser Gegend.