Grenoble liegt im Südosten Frankreichs, wo die Isère den Drac aufnimmt. Eingebettet zwischen den Voralpenmassiven Vercors, Chartreuse und Belledonne erheben sich nur wenige Kilometer entfernt Gipfel von fast dreitausend Metern Höhe. Das Stadtzentrum auf etwa zweihundert Metern Höhe ist ein Knotenpunkt zwischen Lyon, Genf und der Côte d’Azur. Der dicht bebaute Stadtteil Île Verte zählt zu den am stärksten verdichteten Zonen der Stadt.
Die Wurzeln reichen bis in die Zeit der Allobroger zurück, eines keltischen Stammes. Unter dem Namen Cularo erscheint der Ort erstmals in römischer Zeit, später wurde er zu Ehren Kaiser Gratians in Gratianopolis umbenannt. Im Mittelalter entwickelte sich Grenoble zum geistlichen und politischen Zentrum der Region, erhielt Stadtrecht und beherbergte eine der ältesten Universitäten Frankreichs. Die Stadt spielte eine Schlüsselrolle in der Französischen Revolution, als ihre Vertreter den Ballhausschwur mitprägten. Im Zweiten Weltkrieg wurde Grenoble zum Schauplatz von Widerstand und Repression, bevor es 1944 befreit wurde.
Heute ist Grenoble bekannt für seine moderne Seilbahn zur Bastille, die als erste innerstädtische Luftseilbahn der Welt gilt. Die Stadt vereint Hochtechnologie mit alpiner Tradition, etwa durch das Europäische Synchrotron am Zusammenfluss von Drac und Isère. Als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1968 wurde Grenoble zum Symbol des modernen Frankreich. Die Universität und Forschungseinrichtungen wie CEA oder ESRF machen sie zu einem der wichtigsten Wissenschaftsstandorte Europas.