Großbottwar liegt im Neckarbecken am Fluss Bottwar, eingebettet zwischen den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen. Die Kleinstadt befindet sich im Landkreis Ludwigsburg, etwa auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Heilbronn. An den Hängen des Bottwartals wird seit Jahrhunderten Wein angebaut, während die Altstadt auf der rechten Flussseite entstand. Der historische Ortskern prägt das Bild, und an der Bahnhofstraße markiert eine Granitplatte den 49. Breitengrad.
Erste Spuren menschlicher Besiedlung reichen bis in die frühe Steinzeit zurück, später gehörte das Gebiet zum Römischen Reich. Urkundlich erstmals erwähnt wurde der Ort im Jahr als Boteburon, doch sein Name bleibt rätselhaft – möglicherweise leitet er sich vom Fluss ab. Im 13. Jahrhundert entstand die Stadt, begünstigt durch den Einfluss lokaler Adelsfamilien. Im Bauernkrieg spielte Großbottwar eine bedeutende Rolle, als seine Bürger unter Matern Feuerbacher eine führende Position einnahmen. Im Dreißigjährigen Krieg und später durch französische Überfälle erlitt der Ort schwere Verluste, doch blieb er im Zweiten Weltkrieg weitgehend verschont.
Die Stadt bewahrt ein mittelalterliches Erbe mit der Martinskirche als frühester Pfarrkirche. Das Rechenbergsche Schloss, einst Sitz der Herrschaft, wurde im Krieg zerstört. Heute prägen Weinberge und sanfte Hügel das Umland, während die Realschule an den Bauernführer Feuerbacher erinnert. Die Eingemeindung umliegender Dörfer wie Winzerhausen und Hof und Lembach erweiterte das Stadtgebiet. Trotz seiner historischen Bedeutung blieb Großbottwar eher ländlich geprägt und entwickelte sich nie zu einem Industrieort.