Guben liegt in der brandenburgischen Niederlausitz am westlichen Ufer der Neiße, die hier die Grenze zu Polen bildet. Die Stadt erstreckt sich in einem schmalen, hochwassergefährdeten Neißetal, wo die Hochflächen im Osten und Westen nur etwa einen Kilometer voneinander entfernt sind. Diese Lage begünstigte einst den Warenverkehr. Die Umgebung ist geprägt von Grundmoränen der Weichsel-Eiszeit, auf denen sich Endmoränen wie die Kaltenborner und Gubener Berge erheben. Kiefernwälder und zahlreiche Seen wie der Pinnower See umgeben die Stadt, deren Höhe zwischen 41 und 48 Metern über Normalnull schwankt.
Erstmals erwähnt wird Guben im Jahr 1033 als Handels- und Handwerkersiedlung an der Kreuzung wichtiger Fernstraßen. Der Name geht auf das altsorbische *gubina* zurück, was „Siedlung an der Mündung“ bedeutet. Im 12. Jahrhundert entstand am gegenüberliegenden Neißeufer ein Benediktiner-Nonnenkloster, um das sich die Klostervorstadt entwickelte. 1235 erhielt Guben das Magdeburger Stadtrecht, doch schon ein Jahr später zerstörte ein Brand die Stadt. Im Mittelalter war Guben Teil der Markgrafschaft Niederlausitz und wechselte mehrfach zwischen böhmischer und brandenburgischer Herrschaft.
Die Stadt prägt ein historisches Stadtbild mit mittelalterlichen Befestigungsanlagen und drei Stadttoren. Nach einem verheerenden Stadtbrand 1536 wurde Guben wiederaufgebaut, und die Reformation veränderte das kirchliche Leben. Wirtschaftlich spielte die Oderschifffahrt eine wichtige Rolle, bis der Dreißigjährige Krieg und die Pest die Stadt schwer trafen. Heute erinnert unter anderem eine rekonstruierte Postdistanzsäule an die kursächsische Vergangenheit. Die Teilung der Stadt durch die Oder-Neiße-Linie 1945 führte zur Abtrennung des östlichen Teils, der heute als polnische Stadt Gubin eigenständig existiert.