Güsten liegt versteckt im Tal der Wipper, kurz bevor sie in die Saale mündet, und wird von der Liethe durchflossen, einem Nebenarm, der später in die Bode fließt. Die Kleinstadt befindet sich zwischen Bernburg und Aschersleben, nordöstlich von letzterem, und ist Teil der Verbandsgemeinde Saale-Wipper im Salzlandkreis. Osmarsleben gehört als Ortsteil dazu, während Amesdorf und Warmsdorf seit 2010 eingemeindet wurden.
Erstmals taucht der Ort 970 in einer Urkunde Kaiser Ottos I. auf, doch damals gab es noch keine Siedlung, sondern nur zwei Rittersitze. Seit 1373 darf sich Güsten offiziell Stadt nennen, doch blieb es lange klein und von Rittergütern geprägt. Kriege und Brände hinterließen Spuren, doch erst mit der Industrialisierung begann ein spürbarer Aufschwung. Die Eisenbahnstrecke Bernburg–Aschersleben brachte 1865 den ersten Zug nach Güsten, was die Stadt zum Verkehrsknotenpunkt machte.
Die Stadt prägt ein Mix aus historischen Bauwerken und industriellem Erbe. Die gotische Vituskirche und die neugotische Marienkirche sind markante Kirchenbauten, während das Rathaus mit seinem Turm und der Große Gasthof Schwarze Bär an die Postkutschenzeit erinnern. Die Umgebung mit ihren Chausseehäusern und ehemaligen Zollposten zeigt die einstige Bedeutung als Grenzpunkt. Heute verbindet Güsten mit Kreiensen eine Städtepartnerschaft und bewahrt mit Vereinen und Festen ein lebendiges Gemeinschaftsleben.