Haigerloch liegt im Zollernalbkreis, eingebettet in das Tal der Eyach, die sich hier durch ein steiles Muschelkalktal mit markanten Schlingen windet. Die Stadt erstreckt sich zwischen 430 und 550 Metern Höhe und wird wegen der wildwachsenden Fliederbüsche auch „Fliederstädtchen“ genannt. Die umliegenden Gemeinden wie Balingen oder Rosenfeld prägen die ländliche Umgebung, während die Schwäbische Alb im Nordwesten aufragt.
Erstmals erwähnt wurde Haigerloch 1095 in einer Urkunde, die eine Schenkung auf der dortigen Burg festhielt. Im Mittelalter wechselten die Herren mehrfach: Zunächst regierten die Grafen von Hohenberg, dann die Habsburger, bevor die Hohenzollern die Stadt 1497 durch Tausch erwarben. Die Grafen von Hohenzollern-Haigerloch machten den Ort zu ihrer Residenz und ließen die heutige Schlossanlage errichten. Später wurde Haigerloch Teil Preußens und schließlich des Zollernalbkreises.
Die Stadt ist geprägt durch ihre historische Bausubstanz, darunter der erhaltene Römerturm der alten Burg und die Schlossanlage auf dem Schlossberg. Ein besonderes Kapitel der Geschichte bildet der Forschungsreaktor aus dem Zweiten Weltkrieg, der heute im Atomkeller-Museum nachgebaut ist. Die jüdische Gemeinde, die einst ein Viertel der Bevölkerung stellte, erinnert ein Gedenkstein an ihr Schicksal während der NS-Zeit. Die umliegenden Weinberghänge und Naturschutzgebiete wie das Eyachtal mit seinen Schluchten und Schutzgebieten wie dem Owinger Bühl unterstreichen den Reiz der Landschaft.