Hanau liegt im Osten des Rhein-Main-Gebietes, wo die Kinzig in den Main mündet. Eingebettet in die Untermainebene, wird die Stadt von der Bulau, einem ausgedehnten Waldgürtel, umgeben und bildet den Zugang zum Kinzigtal. Mit ihrer Lage am nördlichen Rand des Oberrheinischen Tieflands verbindet sie die Wetterau mit dem Vorspessart.
Die erste schriftliche Erwähnung als *hagenouwa* stammt aus dem Jahr 1143, doch der Name deutet auf eine ältere, befestigte Siedlung in einer Flusslandschaft hin. Als Residenzstadt der Grafen von Hanau entwickelte sie sich im Mittelalter zu einem Handelszentrum. Besonders prägend war die Ansiedlung reformierter Glaubensflüchtlinge aus den Spanischen Niederlanden im Jahr 1597, die mit ihrem Wissen und Kapital die Grundlage für Hanaus spätere wirtschaftliche Bedeutung legten.
Heute ist Hanau vor allem als Geburtsstadt der Brüder Grimm bekannt, die hier ihre Kindheit verbrachten. Die planmäßig angelegte Neustadt mit ihrem schachbrettartigen Straßennetz und der Wallonischen Kirche zählt zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt wiederaufgebaut und ist heute ein wichtiger Wirtschaftsstandort mit Fachwerkaltstädten in den Außenbezirken wie Steinheim und einem Schloss in Philippsruhe.