Hel liegt an der Spitze der schmalen Halbinsel Hel, die wie ein langer Finger in die Danziger Bucht ragt. Die nur wenige hundert Meter breite Landzunge schützt die Putziger Wiek vor den Wellen der Ostsee und endet in einer inselartigen Verbreiterung, auf der sich der Ort ausbreitet. Von Danzig aus ist Hel auf dem Seeweg etwa einen Tagesausflug entfernt, umgeben von Sanddünen, die bis zu 25 Meter hoch aufragen.
Die Wurzeln des Ortes reichen mindestens sieben Jahrhunderte zurück, als skandinavische Händler hier eine Siedlung gründeten. Später teilten sich zwei Orte den Namen: Alt-Hela weiter landeinwärts und Neu-Hela, das von Lübecker Kaufleuten geprägt wurde. Die Stadt wechselte mehrfach die Herrschaft, von den Deutschordensrittern bis zur polnischen Krone, und erlebte Kriege, Brände und Vertreibungen. Im 19. Jahrhundert wurde sie zum bescheidenen Badeort, doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg verlor sie vorübergehend ihren städtischen Status.
Heute ist Hel vor allem als Ferienziel bekannt, das mit seinem Hafen, dem Leuchtturm und dem Fischereimuseum Besucher anzieht. Die ehemalige Peter-und-Paul-Kirche beherbergt heute ein Museum zur Geschichte der Küstenfischerei, während die Robbenstation der Universität Danzig Einblicke in das Leben der Meeressäuger bietet. Das Stadtwappen mit dem Schlüssel des Apostels Petrus erinnert an die mittelalterliche Vergangenheit, und die Eisenbahnverbindung nach Gdynia macht den Ort auch ohne Auto erreichbar.