Humpolec liegt im Nordwesten der Böhmisch-Mährischen Höhe, einer Hügellandschaft zwischen Prag und Brünn. Die Stadt befindet sich am Handelsweg, der Prag mit Mähren verbindet, und ist umgeben von sanften Erhebungen wie dem Melechov, wo einst Versammlungen stattfanden. Mit etwa 11.000 Einwohnern ist sie eine der größeren Städte der Region und gehört zur Mikroregion Zálesí.
Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1178, als König Ottokar I. den Ort dem Kloster Želiv schenkte. Im Mittelalter wechselten die Besitzer häufig, darunter der Deutsche Ritterorden und verschiedene Adelsfamilien. Während der Hussitenkriege war Humpolec ein Zentrum der Kalixtiner, doch nach der Schlacht am Weißen Berge wurde es konfisziert und an Adlige wie Philipp zu Solms-Lich verkauft. Ein wirtschaftlicher Aufschwung setzte ein, als Jakob von Neffzern den Kartoffelanbau einführte und 1783 ein protestantisches Bethaus entstand. 1807 erhielt die Stadt den Status einer freien Stadt.
Humpolec prägt eine lange Tradition der Tuchweberei, die bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und ihm den Beinamen „Böhmisch Manchester“ einbrachte. Die Brauerei Bernard, seit 1597 in Betrieb, ist eine weitere bedeutende Einrichtung. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die Kirche des Heiligen Nikolaus aus dem 13. Jahrhundert, eine evangelische Toleranzkirche und die Burgruine Orlík. Persönlichkeiten wie Gustav Mahler und der Anthropologe Aleš Hrdlička wurden hier geboren oder wirkten in der Stadt.