Jihlava liegt an der Grenze zwischen Böhmen und Mähren, eingebettet in die Böhmisch-Mährische Höhe. Der Fluss Jihlava nimmt hier die Jihlávka auf, die einst die historische Grenze markierte. Etwa 78 Kilometer nordwestlich von Brünn gelegen, ist die Stadt ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, durch den die Europastraße 59 führt. Teile der Stadt gehören zu Böhmen, das Zentrum jedoch zu Mähren.
Die Stadt blickt auf eine lange Bergbautradition zurück, die bis ins Jahr 799 zurückreicht. König Ottokar I. gründete ein Berg- und Münzamt, und Wenzel I. erhob Jihlava um 1250 zur Königsstadt. Das Iglauer Bergrecht, eine der ältesten Stadt- und Bergrechtsordnungen, prägte nicht nur die Region, sondern diente auch als Vorbild für andere Bergstädte. Im 15. Jahrhundert spielte die Stadt eine Schlüsselrolle in den Hussitenkriegen und schloss 1436 die Iglauer Kompaktaten ab, die den Konflikt beendeten. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Jihlava ein Zentrum der deutschsprachigen Bevölkerung in Mähren.
Heute ist Jihlava Verwaltungssitz der Region Vysočina und ein kulturelles sowie wirtschaftliches Zentrum. Die Stadt bewahrt Spuren ihrer bewegten Geschichte, darunter das Rathaus mit seiner Sammlung alter Berg- und Stadtrechte. Ein Granitdenkmal erinnert an den Treueschwur Ferdinands I. im Jahr 1527. Die Umgebung war einst Heimat einer einzigartigen deutschen Sprachinsel mit eigener Volkskultur. Ein tragisches Ereignis des Prager Frühlings 1968, die Selbstverbrennung Evžen Ploceks, wird heute mit einer Gedenktafel am Marktplatz gewürdigt.