Kalisz liegt in der Woiwodschaft Großpolen, etwa gleich weit von Breslau, Posen und Łódź entfernt, an der Prosna. Die Stadt ist Sitz eines Powiats und wurde in jüngerer Zeit um die Dörfer Dobrzec und Sulisławice erweitert.
Erstmals erwähnt wurde Kalisz bereits im zweiten Jahrhundert nach Christus als Calisia, ein Ort der germanischen Diduni. Als Hauptstadt eines piastischen Herzogtums und später einer Woiwodschaft spielte sie eine wichtige Rolle in der polnischen Geschichte. Ein bedeutendes Dokument, das hier entstand, war der Judenschutzbrief von 1264. Nach wechselnden Herrschaften unter preußischer, napoleonischer und russischer Verwaltung entwickelte sich Kalisz im 19. Jahrhundert zu einem Zentrum der Textilindustrie, bekannt für seine Spitzen und die Beteiligung jüdischer Kaufleute.
Heute ist Kalisz Bischofssitz und beherbergt drei Hochschulen. Das Stadtwappen zeigt eine Burg mit zwei Türmen, über deren Tor ein Wächter ins Horn stößt, umgeben von Sternen und Rohrkolben. Wirtschaftlich prägen Maschinenbau, Musikinstrumentenherstellung und die traditionsreiche Textilbranche das Bild. Die Stadt unterhält Partnerschaften mit mehreren europäischen Städten und leidet unter hohem Verkehrsaufkommen, das durch kostenlosen Nahverkehr und Parkraumbewirtschaftung gemildert werden soll.