Am östlichen Donauufer, etwa 120 Kilometer südlich der Hauptstadt, liegt die Stadt Kalocsa. Sie ist über die Hauptstraße 51 mit dem Straßennetz verbunden und besaß einst eine Eisenbahnverbindung nach Kiskőrös, die jedoch eingestellt wurde. Ein kleiner Flughafen befindet sich nordwestlich des Stadtgebiets.
Die Stadt blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück. König Stephan I. gründete hier zu Beginn des 11. Jahrhunderts ein Bistum, das später zum Erzbistum erhoben wurde. Im 16. Jahrhundert zerstörten türkische Truppen die Stadt, und erst nach der Vertreibung der Osmanen begann ihr Wiederaufbau. Die bischöfliche Bibliothek, die auf mittelalterliche Bestände zurückgeht, zählt heute zu den bedeutendsten ihrer Art in Ungarn.
Kalocsa ist nicht nur als Sitz eines historischen Erzbistums bekannt, sondern auch als Zentrum der ungarischen Paprika-Produktion. Die Kathedrale Mariä Himmelfahrt und das erzbischöfliche Palais prägen das Stadtbild, während das Thermalbad Besucher anzieht. Berühmte Persönlichkeiten wie der Bildhauer Nicolas Schöffer oder die Jazz-Sängerin Ágnes Lakatos stammen von hier.