Kobylin liegt in der großpolnischen Tiefebene, etwa 80 Kilometer südlich von Posen und 15 Kilometer westlich von Krotoszyn. Die Stadt ist Verwaltungssitz einer gleichnamigen Gemeinde, die neben dem städtischen Kern auch 20 Dörfer umfasst.
Erstmals erwähnt wurde der Ort 1289 in einer Urkunde des Erzbischofs Jakub Świnka, doch erst 1303 erhielt Kobylin Stadtrechte nach Neumarkter Recht. Im 17. Jahrhundert prägten protestantische Zuwanderer aus Schlesien das Stadtbild, die durch Privilegien des Grundherrn Peter Sziminuta von Lachowo angezogen wurden. Nach preußischen und späteren deutschen Phasen wurde Kobylin 1945 wieder polnisch und verlor vorübergehend seinen Namen, der während der Besatzung in Koppelstädt geändert worden war.
Die Stadt bewahrt historische Bauwerke wie die gotische Pfarrkirche aus dem frühen 16. Jahrhundert oder die barocke Klosterkirche der Zisterzienser. Ein markantes Relikt ist der hölzerne Uhrenturm der ehemaligen evangelischen Kirche. Persönlichkeiten wie der Rabbiner Joseph Samuel Bloch oder der Theologe Bernd Päschke verbinden sich mit Kobylin, das auch in Karl Mays Werk als Herkunftsort von Auswanderern erwähnt wird.