Lehesten liegt eingebettet im Thüringer Schiefergebirge, einem Teil des Thüringer Waldes, und wird vom Rennsteig durchzogen. Westlich grenzt die Stadt an Ludwigsstadt, im Süden an mehrere Orte wie Teuschnitz und Reichenbach, während im Osten Wurzbach und im Norden Probstzella liegen. Die Stadt gliedert sich in die Ortsteile Brennersgrün, Röttersdorf und Schmiedebach mit der Siedlung Bärenstein.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lehesten im elften Jahrhundert, als es zur Benediktinerabtei Saalfeld gehörte. Im 17. Jahrhundert entwickelte es sich durch seine Lage an einer wichtigen Handelsstraße zu einer Stadt. Wirtschaftlich prägte der Schieferabbau das Geschehen, der bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht und Lehesten zu einem Zentrum der Dachdeckerkunst machte. Während des Zweiten Weltkriegs wurden im Ortsteil Schmiedebach Zwangsarbeiter für die Raketenproduktion eingesetzt, was bis heute mit einer Gedenkstätte gewürdigt wird.
Die Stadt besticht durch ihr geschlossenes, schieferverkleidetes Stadtbild und beherbergt bedeutende Bauwerke wie die Kirche St. Aegidien mit einer riesigen Schiefertafel. Der Schieferpark zeigt den historischen Bergbau, darunter Europas letzten erhaltenen Pferdegöpel. In der Umgebung lädt der Wetzstein zum Wandern ein, während eine geflutete Schiefergrube im Sommer als Badesee dient. Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Oskar Bulle oder der Mediziner Hans Eggers stammen von hier.