Letohrad liegt im Vorland des Adlergebirges, beiderseits der Stillen Adler, etwa sechs Kilometer südöstlich von Žamberk. Die Stadt breitet sich auf einem sanften Hügelzug aus, der von bewaldeten Hängen umgeben ist. Im Norden grenzt sie an Pastviny und Nekoř, im Osten an Jablonné nad Orlicí, während im Süden Dolní Dobrouč und im Westen Žamberk liegen.
Die Wurzeln des Ortes reichen bis ins frühe 14. Jahrhundert zurück, als auf einem Felssporn die Burg Geiersberg entstand. Sie wurde erstmals in einer Chronik erwähnt und wechselte mehrfach die Besitzer, darunter Adelsfamilien wie die von Pottenstein und von Waldstein. Unterhalb der Burg entwickelte sich eine Siedlung, die 1514 zur Stadt erhoben wurde. Im 16. und 17. Jahrhundert prägten Schlossbauten, Brauereien und Handwerkszünfte das Bild, bevor die Textilindustrie im 19. Jahrhundert einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Nach mehreren Namenswechseln erhielt der Ort 1950 schließlich seinen heutigen Namen.
Heute ist Letohrad bekannt für sein barockes Schloss, das aus einem früheren Kastell hervorging und später erweitert wurde. Die Wallfahrtskapelle des heiligen Johannes Nepomuk zieht jährlich Pilger an, während das Handwerksmuseum in einem historischen Speicher Einblicke in die lokale Tradition bietet. Jährlich finden ein internationales Musikfestival und Biathlon-Rollski-Meisterschaften statt. Persönlichkeiten wie der Maler Dominik Umlauf und der Diplomat Josef Korbel, Vater von Madeleine Albright, haben hier gewirkt.