Lille liegt im Norden Frankreichs, nahe der belgischen Grenze, in einer flachen Senke des Deûle-Tals. Die Stadt ist von weiten Ebenen umgeben, die sich bis zu den sanften Hügeln des Barœul im Norden und den sandigen Böden der Weppes im Westen erstrecken. Mit etwa 20 Metern über dem Meeresspiegel ist sie eine der tiefer gelegenen Großstädte der Region. Als wichtiger Verkehrsknotenpunkt verbindet sie über Straßen und Schienen die Niederlande mit Spanien und Deutschland mit Großbritannien.
Die Wurzeln Lilles reichen bis ins Mittelalter zurück, als es auf einer Insel in der Deûle entstand. Der Name verweist auf diese Lage: „L’Isle“ bedeutet „die Insel“. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte die Stadt mehrfach die Herrschaft und wurde immer wieder belagert. Als Handels- und Garnisonsstadt erlebte sie Blütezeiten unter Burgundern und Habsburgern, bevor sie im 17. Jahrhundert endgültig an Frankreich fiel. Die Industrialisierung prägte das Stadtbild entscheidend, besonders durch Textil- und Maschinenbau.
Heute ist Lille eine lebendige Metropole mit historischem Erbe. Die Zitadelle von Vauban, eine der stärksten Festungen Europas, zeugt von ihrer militärischen Vergangenheit. Die Stadt beherbergt eine der größten Studentengemeinden Frankreichs und wurde 2004 zur Kulturhauptstadt Europas ernannt. Mit dem Kulturprojekt Lille 2004 und der Neugestaltung des Geschäftsviertels Euralille hat sie sich zu einem modernen Zentrum gewandelt.