Lydd ist eine Stadt in der Grafschaft Kent im Süden Englands, die in der flachen Landschaft der Romney Marsh liegt. Ursprünglich auf einer Sandinsel entstanden, wurde sie durch Entwässerung zu einem Hügel inmitten tieferer Gebiete. Als eine der größten Gemeinden der Region ist sie zugleich die südlichste Stadt Kent. Zu ihrem Gebiet gehören auch die Orte Dungeness mit einem Kernkraftwerk sowie Lydd-on-Sea und Teile von Greatstone-on-Sea.
Erstmals erwähnt wurde Lydd im 8. Jahrhundert unter dem Namen Hlyda, der sich vermutlich vom lateinischen Begriff für Ufer ableitet. Im 13. Jahrhundert gewann die Stadt an Bedeutung, als sie als Außenposten von Romney dem Cinque-Port-Bund beitrat. Später diente sie im 18. Jahrhundert Schmugglern als Stützpunkt, während des Zweiten Weltkriegs beherbergte sie eine wichtige Funkpeilstation. Durch die Verlandung der Küstengebiete verlor sie ihre Verbindung zum Meer und ist heute keine Hafenstadt mehr.
Die Stadt beeindruckt mit Bauwerken wie der All Saints Kirche, die wegen ihres markanten Turms als Kathedrale der Romney Marsh bezeichnet wird. Ihr Kirchfriedhof zeigt die Spuren der stürmischen Vergangenheit mit zahlreichen Matrosengräbern. Die Kirche selbst geht auf das 5. Jahrhundert zurück und wurde später mehrfach restauriert. Auch das Rathaus und das mittelalterliche Gerichtsgebäude prägen das Stadtbild. Einst verband der Flughafen Lydd mit Fährflügen Frankreich, heute dient er anderen Zwecken.