Lyss liegt im Kanton Bern am Rand der breiten Ebene am Jurasüdfuss, die sich vom Murtensee bis in die Nähe von Grenchen erstreckt. Diese als Berner Seeland bekannte Region ist flach und wurde früher häufig von Aare-Überschwemmungen heimgesucht. Der Ort liegt beim Eintritt des Lyssbachs in diese Schwemmlandebene, die aus Ablagerungen der Flüsse Saane und Aare besteht. Im Westen grenzt das Gemeindegebiet an die Alte Aare und die Autostrasse Biel–Lyss, während im Osten Wälder wie das Bannholz und der Dreihubelwald liegen. Auf der Chrüzhöchi im Dreihubelwald steht der Lysser Aussichtsturm.
Erstmals erwähnt wird Lyss im Jahr als Lissa in einer Schenkungsurkunde aus dem frühen Mittelalter. Der Ort lag damals an der Siedlungsgrenze zwischen Alamannen und Burgunden und gehörte zur Grafschaft Aarberg. Später kam Lyss unter Berner Herrschaft. Im 17. Jahrhundert ertranken bei einer Bootsfahrt von Hugenottenflüchtlingen viele Menschen nahe Lyss. Jahrhundertelang kämpfte der Ort mit wiederkehrenden Überschwemmungen, bis die Juragewässerkorrektion im 19. Jahrhundert die Aare umleitete und das Land schützte. Mit dem Bau der Bahnlinien nach Bern, Biel und Solothurn entwickelte sich Lyss zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt.
Heute ist Lyss eine Stadt mit über Einwohnern und trägt das Label «Energiestadt». Der Ort bewahrt trotz seiner Entwicklung noch viel vom seeländisch-dörflichen Charakter. Das Gemeindewappen zeigt eine silberne Lilie auf blauem Grund über einem grünen Dreiberg. Eine Partnerschaft verbindet Lyss mit der italienischen Stadt Monopoli. Wirtschaftlich ist der Ort durch Gewerbe und Industrie geprägt, während die Bahnlinien und die Autobahn A6 die Verkehrsanbindung sichern.