Marktredwitz liegt im Fichtelgebirge, eingebettet im Tal der Kössein zwischen den Höhenzügen Kösseine und Steinwald. Die Stadt gehört zum oberfränkischen Landkreis Wunsiedel und grenzt direkt an den Landkreis Tirschenreuth, der bereits zur Oberpfalz zählt. Mit Wunsiedel bildet sie ein gemeinsames Oberzentrum, während nahegelegene Städte wie Hof, Bayreuth und Weiden weitere wirtschaftliche und kulturelle Anbindungen bieten. Der 50. Breitengrad verläuft durch das Stadtgebiet, und die Grenze zu Tschechien ist etwa 15 Kilometer entfernt.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort im Jahr 1140 unter dem Namen Radewize, der slawische Wurzeln hat und „bei den Leuten des Rad“ bedeutet. Ein Adelsgeschlecht prägte lange die Region, bis der Ort 1339 an das Kloster Waldsassen kam und später an die Reichsstadt Eger verkauft wurde. Durch den Münchner Vertrag von 1816 fiel Marktredwitz an Bayern. Die Industrialisierung begann 1788 mit der Gründung der Chemischen Fabrik Marktredwitz, die später zu einem der ersten Altlastenskandale der Bundesrepublik führte.
Heute ist Marktredwitz als Große Kreisstadt das wirtschaftliche Zentrum des Landkreises. Die Stadt verbindet historische Spuren mit moderner Entwicklung, etwa durch das Kösseine-Einkaufszentrum auf dem sanierten Gelände der ehemaligen Chemiefabrik. Als Sitz der Bayerischen Euregio Egrensis fördert sie grenzüberschreitende Zusammenarbeit, etwa mit der Landesgartenschau 2006. Städtepartnerschaften mit La Mure, Vils, Castelfranco Emilia und Roermond unterstreichen ihre internationale Ausrichtung.