Thierstein liegt im Fichtelgebirge nahe der tschechischen Grenze und ist über die Bundesautobahn 93 erreichbar. Der Markt grenzt im Uhrzeigersinn an Selb, Hohenberg an der Eger, Thiersheim, Höchstädt im Fichtelgebirge und Marktleuthen, wobei Höchstädt direkt westlich anschließt. Die Gemarkung Thierstein umfasst neben dem namensgebenden Ort auch kleinere Gemeindeteile wie Dangesbühl, Hohenmühle und Ziegelhütte.
Erstmals erwähnt wurde Thierstein im Jahr 1340 in einer Urkunde von Albrecht der Nothaft von Tirstein. Die Burg entstand auf Reichsgrund und wurde 1343 von Kaiser Ludwig dem Bayern an die Nothaft verliehen. Später ging die Herrschaft an die Hohenzollern über, die die Burg verfallen ließen und ein neues Amtshaus errichteten. Der Markt entwickelte sich als Burgsiedlung mit besonderen Rechten, um Siedler anzulocken. Ein Großbrand zerstörte 1725 weite Teile des Ortes, und im Zweiten Weltkrieg wurden Kirche und Wohnhäuser durch Artillerie beschädigt.
Besonders bekannt ist die Burgruine, die als beliebtes Wanderziel mit Aussicht über das Fichtelgebirge und das Egerland gilt. Auf dem Friedhof erinnert ein Massengrab an 69 KZ-Opfer eines Todesmarsches aus dem Jahr 1945. Zu den Persönlichkeiten der Gemeinde zählt der Arzt Gottlieb Adam Johann von Schallern. Die Geschichte des Ortes ist eng mit der Familie Nothaft verbunden, die über Jahrhunderte prägend wirkte.